open H2

2008-02-06

Wasserstoff per Tankstelle?

Der wichtigste Schritt hin zur Wasserstoffwirtschaft ist aktuell die Bereitstelltung eines Netzes von Wasserstoff-Tankstellen. Denn ohne die flächendeckende Verfügbarkeit von Wasserstoff wird jede weitere Entwicklung gebremst oder verhindert werden.
Dass man das Erdgas-Netz schrittweise zu einem Wasserstoff-Netz weiterentwickeln kann und sollte, steht außer Frage. Ebenso klar ist jedoch, dass dies selbst bei optimistischer Betrachtung noch einige Zeit auf sich warten lassen dürfte.

Alle Entwicklungen, die eine Nutzung von Wasserstoff als Energieträger ermöglichen, sind jedoch auf die problemlose Verfügbarkeit mit Wasserstoff angewiesen. Es gibt ja bereits Fahrzeuge und stationäre Anwendungen, die man - entsprechenden Enthusiasmus und Finanzkraft vorausgesetzt - im Sinne einer Vorreiterrolle nutzen könnte. Nur wird jede reale Umsetzung durch den Mangel von real verfügbarem Wasserstoff zunichte gemacht. Genau diese Vorreiter-Projekte werden aber dringend benötigt, um aufzuzeigen, dass die Wasserstoffwirtschaft die Hauptoption für die Zukunft ist.

Auf der Informationsseite www.h2stations.org kann nachgelesen werden, wie schlecht die Versorgung tatsächlich noch ist. Projekte wie die Hydrogen Highways in Norwegen oder den U.S.A. versuchen diesem Problem mit einer örtlich stark beschränkten, aber dafür zuverlässigen Infrastruktur zu begegnen. Eine gute Idee nicht nur für diese Länder.

Projekte wie eine Wasserstoff-Autobahn könnten auch durch private Initiativen angestoßen werden. Das wäre doch eine riesen Chance, damit sich Firmen oder Organisation hier einen guten Namen machen könnten. Wasserstoff würde zum Thema werden und die teilnehmenden Markennamen würden als Quasi-Standard in den Köpfen der Leute damit verbunden werden. Eine derartige Wasserstoff-Autobahn würde ja sehr langfristig bestehen. Und selbst, wenn potentielle Teilnehmer einen Fehlschlag erwarten (was es sicher nicht wird), könnte man das Engagement auf jeden Fall entsprechend vermarkten.

Denkbar wäre es dann sogar, dass das an der Tankstelle befüllte Auto als Energie-Quelle für andere Anwendungen eingesetzt werden könnte, da Wasserstoff ja sonst nicht verfügbar ist.