open H2

2010-04-06

Ein Gesamtkonzept

Ein grundlegendes Konzept, wie die Speicherung von CO2 und die Schaffung einer Basis für eine Wasserstoffwirtschaft möglich sein kann.

Die Ausgangs-Situation

Der Anstieg des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre ist im wesentlichen auf die Verbrennung fossiler Energielieferanten zurückzuführen. Daher haben wir es gleichzeitig mit zwei Problemen zu tun:

  1. Welche Energiequelle(n) können in Zukunft genutzt werden?
  2. Wie kann der CO2-Gehalt der Atmosphäre verringert werden?

Der Schlüssel zur Problemlösung liegt in der Verwendung von Biomasse. Denn diese ist gleichzeitig Träger von Energie und Kohlenstoff.

Damit sollen andere alternative Energiequellen keineswegs ausgeschlossen oder abgewertet werden. Die wünschenswerte Zukunft liegt ganz sicher in einem dezentral umgesetzten Energiemix. Allerdings ist Biomasse der wesentliche Ansatzpunkt, um eine wirkliche CO2-Wende umzusetzen. Dabei sind wir darauf angewiesen, hier nicht das betriebswirtschaftliche Optimum auszunuten, sondern das gesamtgesellschaftliche. Und hier kommen andere regenerative Energiequellen zum Zuge, denn nur durch sie kann im Bereich Biomasse auf die maximale Effizienz verzichtet werden, also Energie "verschwendet" werden. Alle regenerativen Energien spielen in diesem Konzept also zusammen, nicht gegeneinander.

Bio-Masse

Was ist Bio-Masse? Wie kann man Bio-Masse zur Energie-Erzeugung nutzen? Und wie kann CO2 dabei aus der Atmosphäre entnommen werden? Biomasse ist die materielle Komponente alles Lebendigen. Hier geht es im wesentlichen um pflanzliche Biomasse aus dem forst- und landwirtschaftlichen Bereich.

Biomasse wird in einem Vergaser erhitzt, wodurch bei diesen Konzept zwei wesentliche Produkte entstehen:

  1. Gas als Energieträger
  2. Bio-Koks als Kohlenstoffspeicher

Da die Biomasse den Kohlenstoff zuvor der Atmosphäre entnommen hat, wird somit CO2 in Form von Bio-Koks für Jahrhunderte wieder in fester Form gespeichert. Der Bio-Koks ist der Teil Energie, auf dem man in diesem Konzept absichtlich verzichten muss. Aus wirtschaftlicher Sicht verschwendet man hier also Poztential, welches eigentlich in Energie umgewandelt werden könnte. Biologisch ist Bio-Koks dafür z.B. ein Bestandteil, der die Qualität des Bodens verbessert.

Kommunen

Die lokalen Gemeinschaften müssen die Träger für die Umsetzung des Vorhabens sein. Dabei können natürlich auch Einzelpersonen und kleine Gruppen ihre eigene Anlage betreiben. Gesamtgesellschaftlich wären es jedoch die Kommunen, die ja auch heute schon die Versorgung mit Wasser, Strom, Abwasser, Erdgas durchführen.

Im Vergleich zum heutigen System, bei dem viel Geld an Großkonzerne bezahlt wird und somit große finanzielle Macht aus den Kommunen abfließt und in undemokratische Regionen der Welt transferiert wird, bleibt hier also die Kaufkraft vor Ort erhalten.

Es ist müßig, auf große Konzerne zu schimpfen oder von Ihnen eine Lösung zu verlangen. Der nächste Schritt, der in der Entwicklung der Energiewirtschaft gegangen werden muss, liegt in der Aufgabe und Verantwortung von lokalen Gruppen und kommunalen Einrichtungen. Wir können im Gegenteil nur hoffen, dass die Großkonzerne hier nicht "aktiv" werden. Das Problem der mangelnden Umsetzung liegt tatsächlich im lokalen Bereich. Auf der ganzen Welt muss lokal aktiv gehandelt werden.

Landwirte

Die Land- und Forstwirtschaft ist der entscheidende Faktor für die Produktion der Biomasse. Vielleicht wäre eine denkbare Umsetzung sogar eine Art landwirtschaftlicher Genossenschaft, die zunächst aus dem Gas Strom produziert und den Bio-Koks zur Verbesserung der Böden einsetzt.

Die Landwirtschaft spielt naturgemäß die Schlüsselrolle in diesem Konzept. Langfristig muss nach Wegen gesucht werden, wie möglichst viel geeignete Biomasse auf einer nachhaltigen Basis produziert werden kann. Vorteile sind, dass es hier keinen Widerspruch von Nahrung und Energie geben muss, es ist eine parallele Produktion absolut sinnvoll. Auch kann durch Bio-Koks dem Boden wieder etwas aus dem Kreislauf zurückgegeben werden. Die Bodenqualität verbessert sich nachhaltig.

Wasserstoff

Die verbreitete Einführung dieser Anlagen wird die Grundlage für eine langfristige biologische Wasserstoffwirtschaft bilden können. Die Wasserstoffwirtschaft ist das langfristige Optimum, weil dieses System die effektivste und sauberste Lagerung, Verteilung und Verwendung der Energie ermöglicht. Daher sollte neben der Herstellung von Bio-Koks die Bereitstellung von Wasserstoff angestrebt werden. Auf diese Weise entsteht ein flächendeckendes Tankstellennetz und langfristig können die Kommunen ihr Erdgasnetz auf Wasserstoff umstellen.

Die erste Stufe bei der Biomasse-Vergasung wäre, dabei Bio-Koks herzustellen und das Synthesegas direkt zu verwenden. Z.B. um Stromgeneratoren anzutreiben und den Strom in das Netz einzuspeisen. Die zweite Stufe könnte eine Aufbereitung des Gases zu Bio-Erdgas und seine Einspeisung in das Erdgasnetz sein. Hier könnte der Wasserstoffanteil im Laufe der Zeit immer Weiter erhöht werden. Der Dritte Schritt wäre die Produktion von Wasserstoff und die Einspeisung in das dann auf Wasserstoff umzustellende Gasnetz. Gleichzeitig kann Wasserstoff lokal zum Tanken bereitgestellt werden. Kombinationen sind möglich. So könnte z.B. Strom ins Stromnetz eingespeist werden und gleichzeitig eine Wasserstofftankstelle bereitgestellt werden.

Die Einführung der Wasserstoffwirtschaft wird gerade auf diesem Wege möglich sein, gerade weil hier die Waserstoffwirtschaft nicht das vorausgesetzte Ziel des aktive Handelns "von oben" darstellt, sondern weil sie in diesem Konzept der natürliche nachfolgende Schritt in der Verbesserung und Ausreifung der Technik ist. Dieser Schritt wird dann sicher nicht überall gleichzeitig erfolgen. Die Reichen und technisch weiter Fortgeschrittenen werden bei der Einführung von Wasserstoff einfach schneller sein, prinzipiell ist es jedoch für alle möglich.

Umsetzung

Das beste Konzept nutzt nichts, wenn es nicht in reales Handeln umgesetzt werden kann. Der Nachteil: Die grundlegende Technik ist verfügbar, wird aber nicht für diesen Zweck eingesetzt, da es sich wirtschaftlich für die derzeitigen Akteure nicht lohnt. Ganz sicher ist das Konzept derzeit auch nicht so einfach wirtschaftlich umsetzbar. Jedoch ist die Wirtschaftlichkeit hier eindeutig nur ein Teilaspekt, da die Bio-Koks-Herstellung zumindest grundsätzlich den Aspekt des Gemeinwohls verfolgt. Im Sinne von CO2-Zertifikaten wäre hier evtl. ein finanzieller Beitrag möglich. Warum sollen nur Verschmutzer wirtschaftliche profitieren?

Und da man bereits auf kleinster Ebene mit der Umsetzung anfangen kann, ist auch dies ja bereits für sich genommen nützlich. Außerdem bereiten wir damit hoffentlich die Grundlage für eine global einsetzende Bewegung.

Was wird benötigt?

  1. Information: Wie muss so eine Anlage technisch aufgebaut werden? Wie betreibt man sie? etc. Der allergrößte Teil dieses Wissens ist schon vorhanden, wird jedoch nicht für die hier geschilderte Zielsetzung verwendet. Dieses Wissen muss möglichst vielen Interessierten zugäglich gemacht werden. Zusätzlich kommen beim Einsatz der Technik für diese Konzept neue Fragestellungen hinzu, insbesondere die Erzeugung von Bio-Koks betreffend.
  2. Vernetzung: Gegenseitige Motivation und Absprache, Suche nach Lösungen (In welchem organisatorischen Umfeld / auf welcher Basis kann eine flächendeckende Umsetzung erfolgen? etc. pp. )
  3. Gemeinsame Vertretung der Interessen. Koordination von meinungsbildenden Aktionen etc.
  4. Praktische Umsetzung: Anlagen aufbauen und betreiben.

Ulrich Hung, 02.04.2010, uhung(at)gmx.net
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Letzte Änderung 12.04.2010